Platz zum Spielen

Manchmal braucht man einen Anstoß von außen, um festgefahrene Dinge zu überdenken und umzustrukturieren. Bei mir war es diesmal ein Artikel bzw. ein ganzer Blog zum Thema Spielzeugfreies Kinderzimmer.

Im Vergleich zu vielen anderen Kinderzimmern war das meines Sohnes (Jahrgang 2010) schon relativ übersichtlich struktriert. In den letzten Monaten haben wir immer mal wieder aussortiert und einige Dinge, die nicht ständig in Benutzung sind in den Keller geräumt. Beim Thema „Refuse“ stoß ich oft an meine Grenzen… Kunstwerke aus dem Kindergarten, Gastgeschenke von Kindergeburtstagen und immer noch außerplanmäßige Geschenke oder Mitrbingsel aus der Familie, obwohl ich immer wieder versuche zu erklären, dass er nicht noch mehr braucht. Zusammen mit den „Erbstücken“ aus der Familie ist das mehr Spielzeug, als wir früher jemals hatten und jede Menge Kram und Müll den keiner braucht.

Ich hab das Zimmer jedenfalls nochmal aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet, meinem Sohn erklärt, was ich vorhabe und einige Kisten im Flur gefüllt. Und wie so oft war ich währenddessen völlig überfordert von dem ganzen Kram, den ich gar nicht haben will, den ich aber auch nicht so leicht loswerde… eine Kiste mit Playmobil… ok, das geht noch… die stell ich in den Keller und wenn er damit spielen will hol ich sie hoch und stell etwas anderes nach unten. Aber diese ganzen Kleinigkeiten… weder wirklicher Müll, noch wertvoll genug, um sie zu verkaufen und einen dankbaren Empfänger zu finden ist auch nicht immer leicht.

Wir haben auf jeden Fall eine kleine Kiste mit doppelten Buntstiften und Kleinigkeiten für den Kindergarten gepackt, einiges ist dann doch in den Müll gewandert und für das Rotationssystem werde ich mehrere Pappkartons mit Deckel besorgen, die sich ordentlich stapeln und beschriften lassen und dafür die vielen unterschiedlichen Kisten aussortieren. Sozusagen ein modular aufgebautes Spielzeuglager. Mein Neffe wird alt genug für Duplo oder die Holzeisenbahn … kein Problem… ein Karton wechselt beim nächsten Familientreffen seinen Besitzer… gleiches gilt natürlich auch wenn meine vielen jüngeren Cousins und Cousinen irgendwann selbst Nachwuchs bekommen…

Was steht denn jetzt eigentlich noch im Zimmer?

Das Lego ist sehr großzügig auf ein Expedit mit acht Fächern verteilt. Genug Platz für eine grobe Vorsortierung der Steine und Ausstellungsfläche für fertige Fahrzeuge oder Gebäude. Der CD-Player ist für den Musikfan natürlich ein Muss. Keyboard und Gitarre warten auf den Start des privat organisierten Musikunterrichts. Im Schreibtisch sind ein paar Spiele und Puzzle verstaut. Es gibt eine Schublade für Autos (die auch schon stark aussortiert wurden), eine für Steine und Stöcke, eine für Kram (auch hier nur noch einige Dinge, die ich regelmäßig mal wieder hinterfrage oder verschwinden lasse) und eine Schublade für das Fernglas und den Akkuschrauber. Ein Satz Buntstifte und Papier und Mal- und Rätselbücher.

Im Bücherregal stehen 2 Fächer mit Büchern… hier werd ich in Ruhe nochmal durchsortieren… dafür war es gestern einfach zu spät. Im unteren Fach ist jetzt Platz für die Fußballsachen. Ein blaues Trikot und eine blaue Jacke haben wir gleich aussortiert… die ehemalige Lieblingsfarbe geht jetzt nämlich gar nicht mehr. Oben ist noch Platz für die Fundstücke aus Dänemark und ein paar ausgewählte Lieblingskuscheltiere dürfen nicht fehlen.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob sich das minimalistische Kinderzimmer im Alltag bewährt. Ich war in den letzten Monaten immer wieder überrascht wie bereitwillig der kleine Mensch Dinge aussortiert, bei denen ich mir echt auf die zunge beißen muss, um nicht zu sagen „aber das hast du doch von … bekommen“. Andererseits diskutieren wir schon länger über die Daseinsberechtigung eines selbstgebauten Silvesterknallers… eine mit Schnipseln gefüllte Cremedose mit einem Band als Zündschnur… die ist wirklich extrem nützlich, wenn wir mal Feuerwerk machen wollen und darf auf keinen Fall entsorgt werden.

2 Kommentare

  1. Wendy

    Das klingt doch wirklich super!
    Ich habe vor Kurzem mit allen meinen 3 Jungs aussortiert, bzw. das Spielzimmer neu strukturiert: Alles, was im Zimmer war, kam in die Mitte des Raumes, jedes Kind hat sich einen Schrank, bzw. ein Regal ausgesucht, das ganz seins ist und dann durfte jeder nacheinander ein Teil in seinen Bereich räumen. Übrig geblieben sind einige/viele/sehr viele Kleinstteile für den grauen Müll und Dinge, die sie dann gemeinsam beim Schulflohmarkt verkauft haben, bzw. bei weiteren Flohmärkten verkaufen möchten.
    Und die 3 Schränke sind tatsächlich gar nicht übervoll geworden. Aufräumen ist seitdem viel einfacher und stressfreier- die Kids kriegen das nun ganz selbständig hin.
    Auch ist ihr Bewusstsein dafür, was sie in ihren Bereich lassen möchten, sensibilisiert. Ich bin total zufrieden!
    P.S.: Lego und Bücher sind gemeinsames Eigentum und von der Sortieraktion unberührt geblieben.

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    1. Farbrauschen (Beitrag Autor)

      Auch wenn sich immer wieder Kleinteile, Mitbringsel und Kunstwerke einschleichen haben wir auch gemerkt, dass es sehr viel leichter ist Ordnung zu halten und es mehr Platz zum Spielen gibt. Ganz konsequent war ich allerdings beim letzten Wechsel nicht. Als wir Besuch hatten war irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an dem die Playmobil Ritterburg ein guter Kompromiss für alle beteiligten Kinder war. Die ist also jetzt aus dem Keller nach oben gewandert und wird dieses mal bewusst bespielt. Das Lego sollte ja nun in den Keller aber irgendwie hab ich nicht damit gerechnet, dass die Burg so lange interessant bleibt und dass die intensive Legophase etwas abflacht.
      Das ist dann wohl meine Aufgabe für nachher. Das Lego wandert erstmal in den Keller… der Weg dorthin ist ja nicht weit und funktioniert in beide Richtungen.
      Aber Bücher sind auch bei uns ein Muss und wenn sie nicht im Zimmer stehen, dann kann man die, die man schon eine Weile nicht gelesen hat abends schlecht „wiederentdecken“. Gerade bei den kurzen Kinderbüchern lohnt sich die Auswahl.

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